Am Freitag hatten wir die Möglichkeit Jan K. und Bernd mal so richtig vom TableTop spielen schwärmen zu lassen. Und dank Bernd gibt es hier auch noch einen großartigen Haufen ShowNotes.
Was ist Tabletop?
Taktische Konfliktsimulationen so wie z.B. das bekannte Brettspiel Risiko erweitert um mehr Details wie kunstvoll gestaltete Spielfiguren, aufwendigen Regelwerken und oft ergänzt durch reichhaltig ausgestalteten Fantasiewelten. Historische Simulationen sind ebenfalls üblich.
Gespielt wird auf einer flachen Unterlage, z.B. einer Tischoberfläche – daher der Name. Zufallssimulation erfolgt durch Würfel – häufig 6-seitige. Wahrscheinlichkeitsverteilung durch Menge der Würfel und Schwellwerten für die zu erwürfelnde Zahl.
Auf dem Tisch kann entweder ein modularer Spielplan mit Spielfeldern z.B. wie bei dem Spiel Battletech liegen, i.d.R. aber dreidimensionales Gelände mit Gebäuden, Wäldern, Flüssen, usw. Bei letzterem werden Entfernungen gemessen, da es ja keine Spielfelder gibt. Je nach System beliebiges “Gelände”. Es gibt Weltraumsimulationen, Flugzeuggefechte, Seeschlachten und eben das naheliegende Gefecht am Boden.
Hintergrund und Welten
Vom Hintergrund her geht ebenfalls alles. Fantasy, klassisches Science-Fiction, Steampunk, Horror, Western, reale Weltgeschichte, usw. I.d.R. ist das Setting Konfliktgeladen, denn es muss ja reichlich Anlass für epische Schlachten oder auch kleinere Scharmützel geben.
Die Figuren
Die Figuren sind ein wichtiger Aspekt, da sie teils aus dutzenden Einzelteilen zusammengesetzt, gestaltet und bemalt werden können. Hier setzt auch ein wichtiger Individualisierungs- und Sammelaspekt an. Im Gegensatz zu Spielsteinen bei z.B. beim Schach, wird es so zu “Deiner Orkarmee”, “Deiner wilden Bande Seeräuber von Tortuga”, “Deinem 5. Kurita Mechkrieger-Regiment”, usw. Der künstlerischen Gestaltung von Gelände und Figuren ist fast keine Grenze gesetzt. Der Mitspieler sollte lediglich noch erkennen können, welche Modelle welche Einheit darstellen und auch die Größen der Figuren und deren Standflächen (Bases) sind oft von Belang.
Attributsysteme
Einheiten werden durch mehrere Attribute beschrieben, die i.d.R. Kompromisse simulieren, z.B. Schwere Panzerung vs. Beweglichkeit oder Hohe Offensivkraft vs. schwache Verteidigung. So kann man die unterschiedlichsten Einheitentypen schaffen, die je nach Spielsituation und den gegnerischen Einheiten besser oder schlechter abschneiden (Würfelglück mal ausgenommen). Die Möglichkeiten sind praktisch unbegrenzt. Ist man mal bei Einheiten angelangt, die während des Spiels wiederum neue Einheiten “erschaffen” (zusammenbauen, ausbrüten, herbeihexen, …), ist das Ausmaß der taktischen Möglichkeiten zu erahnen.
Um bei dieser Vielfalt soetwas wie Vergleichbarkeit herzustellen, wird i.d.R. jeder Einheit ein bestimmter “Gefechtswert” zugeordnet. Das ist i.d.R. eine Zahl, je höher, desto Wertvoller ist die Einheit. Das ermöglicht es, sich z.B. auf ein Gefecht mit “20 Gummipunkten” zu einigen, d.h. jeder Spieler darf Einheiten bis zu einer Summe von 20 Gummipunkten in die Schlacht werfen.
Ziele beim Spiel
Je Spiel sind eine oder mehrere Missionen zu erfüllen. Wer diese am besten bzw. selten auch “als Erster” erfüllt (z.B. der sog. Casterkill / Assassination bei Warmachine & Hordes), hat gewonnen. Die Mission kann trivial sein wie “vernichte mehr gegnerische Einheiten, bzw. mehr Gummipunkte als dein Gegenüber”. Aber auch sowas wie “Sammle im Laufe des Spiels mehr Beutegut als Dein Gegenüber”, oder auch “Habe am Ende des Spiels mehr taktisch wichtige Punkte auf dem Feld besetzt” sind dabei. Auch hier: praktisch keine Grenzen.
Tipps für Einsteiger
Sucht Euch Leute, die schon Tabletop spielen und guckt Euch das ganze in Ruhe an. Das gesellige Miteinander macht einen großen Teil dieses Hobbies aus. Man gibt sich gegenseitig Tipps, misst sich in epischen Schlachten und hat einfach Spaß am Spiel.
Man kann sich an Unis umgucken, oft gibt sind dort Spielegruppen vertreten wie z.B. in unserer Gegend der Tabletop-Club Rhein Main oder auch kleinere private Spielergruppen.
Alternativ gibt es die Geschäfte. Entweder gibt man sich das volle Marketing-Brett und geht in einen Games Workshop Laden, oder man geht zu einem freien Händler der Spielabende oder Testspiele anbietet. GW hat den Nachteil, dass sie natürlich nur Ihre Systeme anbieten, aber nirgendwo habe ich schneller ein Testspiel bzw. auch mehrere hinbekommen.
Einstiegskosten
Exemplarische Einstiegskosten für 2 Spieler. Eine 2-Spieler Starterbox mit Figuren, Regeln und ein paar einleitende Missionen. Auch die notwendigen Utensilien wie Würfel und Schablonen sind dabei. Die Preise sind Listenpreise; Versandhändler gewähren i.d.R. zwischen 10% und 20% Rabatt.
- Warhammer 40k 78 EUR
- Warhammer Fantasy 78 EUR
- Warmachine: ca 99 EUR
Dazu kommt eine Flasche Plastikkleber bzw. Sekundenkleber und ein kleines Brechklingenmesser aus dem Baumarkt und man kann schon mal mit Spielen Anfangen. Also in der Summe 80-90 EUR.
Eine Spielunterlage und Gelände für den Spieltisch hat man dann noch nicht, aber zu Beginn kann man sich super mit ein paar Gegenständen aus dem eigenen Haushalt helfen.
Allgemeine Weblinks
- Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Tabletop
- Deutsches Portal zum Thema Tabletop: www.brueckenkopf-online.de
- Britisches Portal: http://www.beastsofwar.com/
- http://www.spielerzentrale.de/
Links zu Spielsystemen
- http://www.battletech.com/
- http://www.games-workshop.com -> Dort: Spezialistensysteme
- Warmachine http://privateerpress.com/hordes
- Hordes http://privateerpress.com/warmachine
- Infinity http://www.infinitythegame.com/
- Warhammer Fantasy http://www.games-workshop.com
- Warhammer 40k http://www.games-workshop.com
- Lord of the Rings http://www.games-workshop.com
- Flames of War http://www.flamesofwar.com/
Podcasts (englisch)
- Warhammer 40k, Spielergruppe mit netten Spielberichten http://www.turn-8.com/
- Warhammer 40k, Schwerpunkt Turniere in UK http://40kuk.com/
- Warhammer 40k, Schwerpunkt Taktiken + Turniere USA http://www.tangtwo.com/11thcompany/episodes.cfm
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Ich spiel seit noch nicht all zu langer zeit Mortheim als tabletop…da gibts z.B. die Trollslayer bei den Zwergen, die einfach das bedürfnis haben als “Märtyrer” im Kampf gegen große Monster zu fallen und mir hat dieser Aspekt gefehlt, dass es Charaktäre geben kann, die nicht taktisch wirken, sondern quasi eine “defaul-Moral” haben und man das mit beachten muss…die anderen Zwerge in meinem Team hatten z.B. oft das bedürfnis das Überleben der Trollslayer zu sichern, weil die einfach geile Kämpfer sind.